Automatisierung der Gerichtsvollzieher-Verteilerstelle

Bei sächsischen Amtsgerichten werden Vollstreckungsaufträge bislang manuell an zuständige Gerichtsvollzieher*innen verteilt – eine zeitaufwändige Routine. Das Projekt automatisiert die Auswertung elektronischer Anträge, erkennt relevante Adressen, prüft Zuständigkeiten und leitet Fälle automatisch weiter. Ziel sind Entlastung der Mitarbeitenden und schnellere Bearbeitung.

Für welches Problem wurde durch das Projekt eine Lösung entwickelt?

Der Lösungsansatz kombiniert mehrere Technologien, um die Automatisierung an den Gerichtsvollzieher-Verteilerstellen zu ermöglichen: Ein Software-Roboter (RPA) überwacht Posteingänge, leitet Nachrichten zur Auswertung weiter und verteilt die Fälle. Ein Datenextraktionstool erkennt und validiert Adressen aus PDF-Anträgen, bestimmt die maßgebliche Adresse und gibt sie an den Roboter zurück. Eine Zuständigkeitsdatenbank bildet die Gerichtsvollzieher-Bezirke maschinenlesbar ab, ermöglicht einfache Pflege, Versionierung und Plausibilitätsprüfungen. Zusätzlich werden Statistiken über die Verarbeitung geführt. Das Besondere: Die Lösung integriert sich in die komplexe, über Jahre gewachsene Justiz-IT, ohne deren Strukturen grundlegend zu verändern, und schafft so eine praktikable Automatisierung

Das Projekt wird/wurde in Zusammenarbeit/Kooperation mit folgenden Beteiligten umgesetzt:

Leitstelle für Informationstechnologie der sächsischen Justiz – Projektleitung, Betrieb, Anforderungserhebung, Datenbank Institut für Angewandte Informatik -An-Institut der Universität Leipzig – (InfAI) – Entwicklung Datenextraktionstool, Beratung Exelentic GmbH, Gräfelfing – Entwicklung und Support Softwareroboter Oberlandesgericht Dresden – Fachliche Anforderungen Amtsgericht Bautzen – Erprobung

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